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Mitgliederversammlung (Chropflärete) 12.März. Altes Schützenhaus Turmzimmer 20 Uhr


Schaffhauser Fasnacht 2010
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SCHAFFHAUSER FASNACHT

 
     

 

 

 

 

Diese Seite berichtet von der Geschichte der Schaffhauser Fasnacht. Aktuelle Daten findet Ihr unter News oder Events

 

Die Schaffhauser Fasnacht

 

 
 

Das älteste Zeugnis der Schweizer Fasnacht geht auf eine Urkunde von Gottlieben/TG aus dem Jahre 1276 zurück. Im 16. Jahrhundert waren Handwerkerzünfte und Knabenschaften für ihre Tanzfeste, Trinkgelage und Narrengerichte verantwortlich. Heute sind es Vereine oder Fasnachtsgesellschaften die sich für die Pflege der bunten Tradition verantwortlich zeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der wahrscheinlich erste schriftliche Beweis, dass auch die Schaffhauser Fasnacht feierten, tauchte im Jahre 1440 auf. Schon vor der Reformation versuchte der Rat wiederholt, die derben Fasnachtsbräuche einzudämmen oder ganz abzustellen. 1508 verbot er das "Fasnachtsküechli holen", das „nachts uff de Gassen verbutzelt herumlaufen“ und das „einander in den Brunnen werfen“.

 
   

Im September 1529 nahm Schaffhausen durch Ratsmandat die Reformation an, wodurch auch die alten Fastengebote dahin fielen. Dennoch, und obwohl jetzt eifrige Pfarrer Sittenstrenge von den Kanzeln predigten, liess das Volk von seinen bis in vorchristliche Zeit zurückreichenden Fasnachtsbräuchen nicht ab. Auf jeden Fall musste das Verbot in den Jahren 1667 und 1669 wiederholt werden.

 
 

 

Doch nachher ging es erneut los. Und wieder waren es, bis zu Beginn des laufenden Jahrhunderts, die Zünfte, die auch in der Stadt Schaffhausen das Zepter in Sachen Fasnacht in die Hand nahmen. Es wurden grosse Aschermittwoch-Umzüge durchgeführt, die manchmal sogar einen vaterländischen Anstrich hatten. Am Aschermittwoch 1841 feierten die Zünfte mit einem grossen Fackelumzug auch gleich das 550-jährige Bestehen der Eidgenossenschaft mit. Damit aber war die Fasnacht in eine patriotische Phase getreten. Vier Jahre später organisierten die Zünfte einen Aschermittwoch-Umzug, der die Schaffhauser Geschichte von den Kelten bis zur Reformation darstellte, galt es doch, den 800. Geburtstag der Stadt zu feiern.

 

1870 bildete sich ein Komitee, das für einen grossen Umzug am Aschermittwoch beim Stadtrat um eine Subvention nachsuchte. Wegen „des Steuerdrucks und der angespannten Finanzlage“ verweigerte dieser jedoch einen Beitrag. Die Aschermittwoch-Tradition der Zünfte hatte erst im letzten Jahrhundert ein Ende. In den folgenden drei Jahrzehnten scheint sich die Fasnacht vor allem auf den Strassen und in den Restaurants abgespielt zu haben, und zwar unter grosser Beteiligung des Volkes. Offenbar ging es rau, derb und vor allem sehr ausgelassen zu und her.

 

In den 20er Jahren feierte die Schaffhauser Fasnacht eigentliche Höhepunkte. Es wälzten sich grosse Umzüge durch die Strassen und Gassen der Stadt. In den 20er Jahren begann aber auch der fast heroische Kampf verschiedener Vereine und Institutionen gegen das ausgelassene Fasnachtstreiben. Bereits 1921 und 1922 hatte der Stadtrat auf Antrag der Stadtpolizei versucht, die Fröhlichkeit mit einschränkenden Bestimmungen zu dämpfen. Anstoss erregten aber vor allem die sogenannten Champagner- oder Weinstübli. Es handelte sich um verschlossene Verschläge, in denen „die berüchtigten Damen aus Zürich und Basel als Animierpersonal“ angestellt waren. Während der Fasnacht im Jahr 1924 wurden diese Stübli von der Polizei streng kontrolliert.

 

Der Fasnachtsrummel hielt trotz einschränkenden Bestimmungen an. Die grosse Wirtschaftskrise in den dreissiger Jahren gab dann jenen Bevölkerungskreisen Auftrieb, denen das ausgelassene Treiben schon lange ein Dorn im Auge war. Jahr für Jahr folgten nun wieder die Eingaben der verschiedenen Vereinigungen und Institutionen, mit der Bitte um Einschränkung des Fasnachtstreibens.

 

1935 kam es zu einem Höhepunkt im Kampf gegen die fasnächtliche Ausgelassenheit. Am 17. Februar 1935 nahm der Verband Frauenhilfe Bezug auf Basel-Stadt, wo „zur Vermeidung von Verunreinigungen und speziell zur Bekämpfung der Grippe-Übertragung“ der Verkauf und das Werfen von Konfettis verboten worden waren.

 

Was der fast heroische Kampf gegen die zügellosen Ausschweifungen der Fasnachtsfestivitäten nicht schaffte, erledigte der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges innert Kürze. Eine eigentliche Schaffhauser Fasnacht entstand erst wieder in den 50er Jahren. 1953 wurde eine Schaffhauser-Fasnachts-Gesellschaft gegründet. Sie griff mit einem Umzug, mit einem nächtlichen Laternen-Sternmarsch, mit Maskenprämierungen im Casino und mit der eigenen Zeitung aktiv ins Geschehen ein. Ihr Fasnachtsumzug umfasste 16 Gruppen und Wagen und 12 Guggenmusiken. Die Fasnachtsgesellschaft offerierte ihr Programm auch in den folgenden zwei Jahren. Mit dem Einschlafen dieser Gesellschaft, aber kam eine grosse Dürre über die Schaffhauser Fasnacht.

 

Doch 1972 brach, nach jahrelanger „Inkubationszeit“, die Epidemie erneut und mit einem Schlag aus. Den Umzug in jenem Jahr, organisiert von der neu gegründeten Narrengesellschaft, begutachteten rund 15'000 Personen. Der Umzug selbst konnte allerdings nur dank massiver deutscher „Entwicklungshilfe“ gestartet werden.

 

Im Herbst 1976 wurde auf Anraten der Stadtbehörden, vor allem aber von Arthur Huber, Kdt der Stapo, das Fasnachtskomitee Schaffhausen, kurz FAKOS genannt, gegründet. Diesem Gremium gehörten je 2 Vertreter der Narrengesellschaft, der Böllezunft, der Rhypfluderi und den Breitianern an.

 

 
 

Böllezunft

 
    -         Heinz Krattinger  
    -  
 

Rhypfluderi

 
    -         Claudio Aries  
    -  
 

Narrengesellschaft

 
    -         Mäni Frei  
    -         Ernst Döbele  
 

Breitianer

 
    -         Franz Siegenthaler  
    -         Jean Vuilleumier  
 

 

 

Erster FAKOS-Präsident war der damalige Sternenwirt Paul Blank.

Vice-Präsident war Roli Frey

  

So fand dann 1977 der erste Fasnachtsumzug unter der Leitung des FAKOS statt. Im Prinzip die Kopie eines Deutschen Umzuges mit Schweizer Beteiligung. Mangels Adressen aus dem Inland waren 20% Schweizer Gruppen und 80% Deutsche Gruppen vertreten. Dieses Verhältnis hat sich zwischenzeitlich zu Gunsten der Schweizer Vereine verschoben. Noch heute werden aber die Kontakte zu unsern Deutschen Narrenfreunden sehr gepflegt.

 

Das Jahr 1981 war dann gezeichnet von vielen Neuerungen rund um die Schaffhauser Fasnacht. Seit 1975 waren auf den Schaffhauser Plaketten immer zwei drollige Kerle zu sehen. Bei einer Stange Bier in der ehemaligen „zur alten Post“ am Fronwagplatz haben Mäni Frei und Ernst Döbele den beiden Figuren einen Namen gegeben. Zur gleichen Stunde wurde auch der neue Narrenruf „Tar dä da“ kreiert und „Bütt“ in „Platz“ umgetauft. Gesagt getan. Nach wochenlanger intensiver Arbeit, als Gipser, Schreiner oder Maler, und Silvia Döbele als Näherin wurde am 13. Februar 1981 das Geheimnis in einem feierlichen Akt gelüftet.

 

 
 

„Chnorz“, die Figur mit der langen schlanken Nase, hat den Namen im Zusammenhang mit den Schaffhauser Reben erhalten. Chnorz übergibt jeweils einer
Persönlichkeit, die den grössten
„Chnorz“ getätigt hat,eine
Rebwurzel. Der „Chnorz“
ist immer negativ.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Bsetzi“, die Figur mit
der runden kurzen Nase, hat
den Namen im Zusammenhang
mit unserer schönen Altstadtpflästerung erhalten. Bsetzi übergibt jeweils einer Persönlichkeit mit einem schweren Amt einen Bsetzistein. Der „Bsetzi“ ist immer positiv.

 
 

 

Aus „Bütt“ ist der „Platz“ geworden. Hinter den von Rico Garbini und Ernst Döbele nachgestalteten Häuserfronten am Platz werden in Zukunft Platzreden und keine Büttenreden mehr gehalten.

 

Tar dä da?

Tar dä da? So soll in Zukunft der Narrenruf in Schaffhaussen tönen. Es war ein Versuch. Leider hat sich der Ruf nie durchgesetzt. Das Deutsche „Narrii-Narroo“ war zu stark verwurzelt.

Am gleichen Anlass ist die erste Schallplatte der Rhypfluderi aus der Taufe gehoben worden

Am Donnerstag, 26. Februar 1981 ist zum ersten Mal die bereits zur Tradition gewordene „Chüblete“, organisiert von der Guggemusig Rhypfluderi, durchgeführt worden.

Ein weiterer Meilenstein wurde ebenfalls am 26.2.81 gesetzt. Der erste Kindermaskenball unter Leitung von Theres Müller fand in der Falkenburg statt. Der Versuch hat Recht gegeben. Noch immer findet der grosse Kinderumzug (erstmals 1982), heute jedoch am Sonntag, mit anschliessendem Ball unter grosser Anteilnahme der Kinder und Bevölkerung statt.

Am 11.11.1981 wurde das streng gehütete Geheimnis gelüftet. Es wurde zur ersten
Verleihung von „Bsetzi“ und „Chnorz“ geschritten.

 

Wer kennt sie noch die beiden ersten Ordensträger?

 
    Chnorz    Jörg Aellig

wegen der Geschichte um die Sonnenburggut-Abstimmung

 
    Bsetzi  Hans Vögeli, Velohändler; gleicher Hauseingang wie Studio „Karibik“.  
 

Weitere Ordensträger:

 
  11.11.82   Bsetzi Paul Blank  Wegen negativem Laborbericht für Gastgewerbe   
    Chnorz Gruppe Trio Fasnachtsruf geklaut, Hit  „da-da-da“  
  11.11.83 Bsetzi H.P. Kaufmann Verkehrsbüro sucht dauernd freie Betten in SH  
    Chnorz  Beat Alder  SH-Bock des Jahres, falsches Bienen- Ferienhaus  
  11.11.84    Bsetzi Hans Mäder  Munotvater, Lockerung der strengen Munotsitten  
    Chnorz    Kurt Waldvogel    Fall Glissa, Umweltskandal liess man verjähren  
  11.11.85 Bsetzi Arthur Huber Kdt Stapo-SH, für Fasnächtler immer offenes Ohr  
    Chnorz   Willi Häring   Unterschlagungsskandal im Kantonsspital  
  11.11.86  Bsetzi   Werner Rüegg  Tierlihuus Coop, Verdienste um Kinderfasnacht  
    Chnorz     Bruno Merlo   Motion betr. Beseitigung von Autoabstellplätzen  
        Die Liste wird noch vervollständigt  
             
  1999 Bsetzi Peter Roost, Optiker Chnorz Jörg Aellig, a. Stadtrat  
  2000 Bsetzi Radio Munot Chnorz Dr. jur. Gerold Meier  
  2001 Bsetzi Ernst Neukomm, a. Regierungsrat Chnorz Hans Wanner  
  2002 Bsetzi Sepp Türk, Polizist Chnorz Walter Hermann VBSH  
  2003 Bsetzi Brigitte Röllin, Triathletin Chnorz Schaffhauser Presse  
  2004 Bsetzi Fischereifreunde Chnorz Reto Zubler Schulpräsident  
  2005 Bsetzi Vreni Frauenfelder Chnorz Schweizer Post  
  2006 Bsetzi Cilag Chnorz Peter Möller Jugendanwalt  
  2007 Bsetzi Thomas Minder Chnorz Heinz Albicker  
  2008 Bsetzi Erika Silvestri Katzenhaus Chnorz Schaffhauser Nachrichten  
  2009 Bsetzi Urs Hunziker Chnorz Georgio Behr  
  1010 Bsetzi ? Chnorz ?  
     
     
 

Unser Fasnachtsruf „Tar dä da!“ hat der Deutschen Band „Trio“ in etwas abgeänderter Form zu einem Hit verholfen.

Die drei Herren haben unsern Ruf kurzerhand in „Da da da“ abgeändert.

Dieses klauen geistigen Eigentums wurde am 11.11.1982 mit der Verleihung des „Chnorz“ geahndet. Wenn man ehrlich sein will, war dieser Hit und die Verleihung des „Chnorz“ nur beste Werbung. Man sieht also, auch ein „Chnorz“ kann unter gewissen Umständen positive Seiten haben.

 

Im Jahr 1982 erschien zum ersten mal die Fasnachtszeitung Quatsch. Von wem die einzelnen Beiträge stammten war nur unschwer zu erkennen. Waren doch zwischen den Zeilen die Gedanken und Fingerabdrücke der verschiedenen Verfasser heraus zu lesen.

 

Presse, Radio und Fernsehen treffen sich alljährlich mit den Narren zum traditionellen Narrengriffel. Dieser 1982 ins Leben gerufene Anlass erfreut sich noch immer grosser Beliebtheit.

 

Dass der Schaffhauser Fasnacht im grossen Nachbarkanton langsam aber sicher Beachtung geschenkt wird beweist folgendes: Während der Fasnacht 1981 haben sich zwei Redaktoren der grossen Deutschen Zeitung „Bunte“ , betreut durch das FAKOS, in der Munotstadt aufgehalten. Zwei Jahre später ist in der „Bunten“ ein zweiseitiger Artikel erschienen in dem die Schaffhauser Fasnacht durchwegs positiv erwähnt wird. Haben doch die beiden Herren festgestellt, dass Schaffhausen in Sachen Fasnacht kein R(h)einfall sei.

  

Schaffhausen, 08.08.2009 Ernst Döbele

 

 
     
  Die Geschichte der Schaffhauser Fasnacht wird noch weitergeführt.